Honigwerkstatt – Tagebuch

Das Bienenjahr 2016

Juli 2016

Ich freue mich auf die Honigernte, auch Propolis machen die Bienen schon fleißig. 20160706_183834 20160707_092919PROPOLIS20160706_183924

Glyphosat

Die vielen engagierten Gegner der Glyphosat Zulassung haben Monsanto und Co eine Niederlage verpaßt. Die EU-Abstimmung für eine Verlängerung von Glyphosat für weitere 15 Jahre ist gescheitert. Allerdings ist es für weitere 18 Monate zugelassen. Frankreich, Deutschland, Italien und die Niederlande haben sich bei der Abstimmung enthalten, Österreich leider nicht.

Juni 2106

Das Bienenfangen geht weiter, ich hatte Hilfe von Tobias der noch ein bißchen Sicherheitsabstand gehalten hat – hier beim Einschlagen eines Schwarms.

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Mai 2016

Fotosession mit Jüngstimker

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Kalt, warm, Schwarm

Die kalten Tage wechseln mit warmen, sehr schwülen Tagen. In den kalten Tagen „kommen sie auf blöde Ideen“ wie ein befreundeter Imker meint. Das heißt, sie züchten sich eine neue Königin und dann fliegt ein Teil des Volkes als Schwarm weg. Natürlich Vermehrung, die den Imker weniger freut, Denn es heißt wieder klettern. Zum Glück gab’s Hilfe.

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Saugaßl-Markt

In der kleinen Straße der Honigwerkstatt, das ehemalige „Saugaßl“ gibt es viele interessante Geschäfte. Diese laden erstmals zum Saugaßlfest – mit viel Vergnügen für Kinder und Eltern

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April 2016  – Schöne Obstblüte und dann kalt, kalt, kalt

Ich habe viel Besuch in der Honigwerkstatt von Menschen, die wissen wollen, was sie für unsere Bienen tun können. Na ja, im Moment ist es wichtig, nicht zu viel zu mähen.Das kalte Wetter bereitet den Bienen keine Freude. Durch die kalten Temperaturen fliegen sie nur wenig, auch die Brut kann sich verkühlen und absterben. Andererseits blüht gerade jetzt sehr viel, was wichtig Nahrung für die Bienen ist.
Und gerade jetzt wird gemäht. Leider mähen die meisten auch noch sehr ordentlich. Besser wäre es, Flächen stehen zu lassen oder an den Beeträndern Wildblumen wachsen zu lassen.
Die Bienen hatten bei uns eine wunderschöne Marillen- und Obstbaumblüte. Sie brüten fleißig um sich stark zu vermehren und starke Völker zu bilden. Die Bienenanzahl wächst auf etwa 60000 Bienen im Sommer. Allerdings brauchen alle viel Nahrung. Deshalb ist gerade nach der Obstblüte der Löwenzahn, die Taubnessel und alle die Wiesenblumen wichtig. Auf die Wärme hoffen wir – für uns und die Bienen.

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bis März 2016

Der sehr warme Winter macht den Bienen Probleme. Sie sind noch bis Mitte Dezember geflogen und haben dabei viel Futter verbraucht. Auch die Varroa kann sich bei so warmen Wintern wunderbar weiter vermehren. Das schwächt die Völker. Im Februar und März müssen wir bei einigen Völkern Zucker füttern, sonst überstehen sie die trachtlose Zeit nicht.

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Das Bienenjahr 2015

…..beginnt im Herbst 2014

Entmilben entmilben entmilben…

Die Varroa ist extrem stark und richtet bei vielen Imkern große Schäden an. Der regenreiche Sommer und die lange Wärme bis Weihnachten – 15 Grad!- unterstützen die Milbe und schaden den Bienen. Die Königin hört erst auf zu brüten, wenn es mehrere Tage durchgängig kalt ist. Und das war gerade einmal zwischen Weihnachten und Silvester also nur wenige Tage. Bereits im Winter gehen die Gerüchte von Imkern, die bis zu 100% Ausfall haben.

Bienensauna

Logisch, dass jetzt ein heißes Thema auftaucht: Die Bienensauna. Das Prinzip ist einfach: Man heizt der Milbe ein. Der Bienenstock wird erhitzt, die Milbe fällt ab. Varroen mögen keine Wärme, den Bienen ist es eher egal. Und das ist auch das Problem: Bienen regeln die Temperatur im Stock auf ca. 33-36 Grad – durch Flügelschlag. Wenn es zu kalt ist zittern sie, wenn es zu warm ist, wacheln sie. Die Bienen arbeiten gegen die Erwärmung. Ein Produkttest steht also an.

Bienen zuckern im Februar

Jetzt ist auch noch Marianne mit von unserer Partie. Ihre erste Bienenarbeit ist im Februar, die Bienen mit Staubzucker zu bezuckern. Der Staubzucker wirkt auf den Bienen wie Seife auf unserer Haut – glitschig. Und dadurch sausen die Varroen die auf den Bienen sitzen runter und sterben. Die gezuckerten Bienen brummen heftig auf, wenn sie den Staubzucker abschütteln.

März 2015 Zum Glück – der erste Stich!

… in den Fuß. Aber wir sind froh über dieses Lebenszeichen.

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Honigwerkstatt – Eröffnung am 18. März

Endlich haben den Raum gefunden, der unseren Ideen entspricht. Der unterste Raum eines mittelalterlichen Kremser Bürgerhauses mit schönen Arbeitsräumen für Schleuder, Beuten und Wachsschmelzer und vor allem einer uralten Holzbalkendecke im ersten Raum. Noch vor der offiziellen Eröffnung kommen Besucher und freuen sich, dass in diesem Geschäft das vor vielen Jahren geschlossen wurde, wieder etwas Neues entsteht.Die Resonan macht uns glücklich.

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April bis Mai – Ohne Beuten viele Schwärme

Die von uns bestellten Beuten lassen auf sich warten. Aufgrund der fehlenden Beuten können wir keine Ableger machen. Diese Ableger sind Brutwaben die in neue Beuten eingesetzt werden. So reduziert sich die Bienenanzahl und die Königin hat nicht den Drang mit einem Teil des Volkes dem zu klein werdendem Stock zu entfliegen. Zu den Ablegern kommt entweder eine gezüchtete Königin oder die Bienen züchten sich selbst eine Königin.

Die Bienen haben sich explosionsartig vermehrt. Zuerst regnet es und dann wird es plötzlich warm und schwül. 6 Schwärme fangen wir ein und bringen sie teils sogar etwas improvisiert in neuen Behausungen unter. Dann endlich kommen die neuen Beuten. Von einem anderen Tischler.

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Bienen heizen

Wir sind biozertifiziert, also Bienen weg von Chemie. Also setzen wir zur Varroabekämpfung die Wärmebehandlung ein. Andere Imker warnen uns – es ist sehr zeitaufwändig. Ein schwächelndes Volk, das wir schon aufgegeben hatten, behandeln wir. Und siehe da! Sie vermehren sich nach der Behandlung rasend schnell. Die Bienen fühlen sich offensichtlich nicht sehr durch die Wärmebehandlung gestört, obwohl sie drei Stunden dauert. Auch wenn sie ausfliegen ziehen sie innerhalb kürzester Zeit nach der Behandlung wieder ein. Es ist bedrückend, wieviel Milben abfallen, obwohl wir im Mai und Juni behandeln.

Doch die Behandlung kostet viel viel Zeit. Oft funktioniert etwas nicht, selten gelingt die Behandlung gleich beim ersten Mal.

Der Honig-Traum – ausgetrocknet

Die Bienen danken uns die Mühe mit reichlich Honig. Ende Juni scheint es, also würde es eine phänomenale Honigernte. Doch dann bleibt die Sonne. Es ist ein traumhafter Sommer, doch so heiß, dass alles vertrocknet. Die Bienen finden keine Blüten mehr. Die Honigernte bleibt hinter den Hoffnungen zurück.

Bienensterben – Österreich wacht auf

Vielen Dank an die Medien, die endlich auf die jahrelange Aufklärungsarbeit reagieren und eine Woche lang das Bienensterben zum Hauptthema machen. Die Menschen die in die Honigwerkstatt kommen sind aufgerüttelt. Beim Schleudern hören wir den Diskussionen im Radio zu. Es bewegt sich endlich etwas! Manchmal fürchten wir, dass es trotzdem zu spät ist. Und verstehen nicht, dass verbotene Spritzmittel unter anderem Namen wieder im Regal landen oder Politiker Forschungsergebnisse zu negieren versuchen.

Massaker

Die sommerliche Hitze hat andere Feinde der Bienen auf den Plan gebracht. Wunderschöne Hornissen aber vor allem Wespen bedrängen die Bienen. Der Kampf um den Honig wird gekämpft. Beim Füttern öffnen wir den Deckel – und zwei Hand voll toter Bienen liegen da. Ein Volk wurde ausgeraubt weil es noch jung war und die Jungbienen keine Verteidigungsstrategie gegen die Wespen hatten, in einem anderen Volk fehlte die Königin.

Tote Bienen sind ein unglaublich trauriger Anblick. Noch schlimmer sind tote Bienen ohne Köpfe, Beine, Flügel.

Besuch aus den Tropen

Wieder finden wir einen riesigen Falter am Boden des Bienenstocks. Diesmal haben ihn die Bienen noch nicht „gesäubert“. Wunderschön ist die Zeichnung des Totenkopfschwärmers am Rücken und auf den Flügeln zu sehen. Beachtliche 9 cm ist er groß. Diese Totenkopfschwärmer kommen aus den Tropen und fressen Honig. Manche nicht sehr lange.

Krippenfiguren

Es ist Spätherbst, das Bienenjahr ist vorbei. Schön, sehr heiß! Mit vielen Eindrücken stehen wir in der Honigwerkstatt und beginnen, das Wachs für die Verarbeitung zu Figuren zu reinigen. Heuer versuchen wir eine Königsdisziplin des Wachsgießens: Krippenfiguren.

…. bis 2014

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Wie es genau gekommen ist, weiß ich nicht mehr. Es war jedenfalls Petras Idee, aktiv etwas für die Umwelt zu tun. 2013 war in Österreich die große Bienendiskussion, der damalige Landwirtschaftsminister wollte bienenschädliche Spritzmittel für Mais nicht verbieten und plötzlich waren die Bienen in aller Munde.

Ein Danke! also an Herrn Berlakovic, sonst hätte ich heute keine Bienen.

 

Imkern ist eine Kunst

Wir fangen mit drei Stöcken unter dem Namen Honigwerkstatt an und wissen auch schon, dass wir die Bienen von einem Bioimker bekommen. Ich bin dabei, als Gerhard von seinen Stöcken meine zukünftigen Bienen abbeutelt. Bin beeindruckt, dass er eine Schwarmschachtel auf eine Waage stellt und 2 kg Bienen hineinbeutelt. Das war der Anfang.

 

10.07.2013

Imkerei

Nein, der eigentliche Anfang war, als Gerhard uns die Beuten und die Bienenvölker gebracht hat. Wir helfen, die Beuten aufzustellen und dann ist es beeindruckend, als Gerhard die Schwarmschachteln öffnet, fest beutelt und unsere Bienen als Bienenhaufen in den Beuten landen. Sie picken zusammen in großen Bienentrauben. Nachdem sich die Bienen etwas in die Waben zurückgezogen haben, wird das Kästchen mit der Königin hineingehängt. Gerhard ist guter Dinge, dass die jungen, schönen Königinnen – denn alle Bienenköniginnen sind für die Imker schön – bald zu brüten anfangen und die Völker noch genug vor dem Winter wachsen. Wir füttern sie noch und hoffen.

 

11. – 17.07.2013

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Irgendwas stimmt nicht. Gleich am Anfang sterben Bienen – wir sind panisch, weil es so viele scheinen – da sie in die Futterschalen mit  dem Zucker kriechen. Erste verzweifelte Anrufe bei Gerhard. Er beruhigt uns und meint, wir müssten kleine Holzstückchen zwischen Futterschale und Deckel legen. Bei zwei Stöcken bringt´s das. Sie beruhigen sich, der dritte macht Probleme. Die Bienen sitzen außen, fliegen nicht, benehmen sich sonderbar. Petra ist jeden Tag dort und schaut. Am dritten Tag ist unsere Nervosität zu groß, wir bitten Gerhard, dass er nochmals kommt und hineinschaut. Wirklich, die Königin ist nicht mehr da. Wir bekommen eine neue.Petra will in der Früh die Bienen füttern. Wir haben in vielen Filmen gesehen, dass die Imker bei ihren Bienen ohne Hut – „Schleier“ – und Schutzkleidung arbeiten. Das können wir auch. Petra wird von 8 Bienen gestochen und wir haben unsere erste Lektion gelernt: Egal, was die anderen machen, wir tragen unsere Schleier.

 

Ende Juli 2013

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Wir haben tolle Namen für unsere drei Bienenstöcke: Unua Nacia – danke an Thomas für die Idee – das heißt „erstes Volk“. Bilacz – die Taufpatin dieses Namens ist Petras Tochter Selina, und First Floor – weil der Bienenstock auf einer Wiesenterrasse steht. Unsere Bienenstöcke sind echte Kremserinnen. Sie stehen in Stein, mit Blick auf Donau und Stadt. Wunderschön und beruhigend.

 

Herbst 2013

Fast haben wir zu wenig zu tun mit den Bienen. Sie leben einfach. Doch dann meint Gerhard, wir sollten die Bienen mit Oxalsäure behandeln. Aha, wir sollen die Bienen beträufeln. Was meint er mit beträufeln? Nass machen, drüber spritzen? Die Wabengassen mit der Oxalsäure entlangfahren? Aha. Wir hoffen, dass wir es richtig gemacht haben.

 

Februar 2014

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Wir übersiedeln die Bienen in eine höhere Weingartenetage. Damit sie noch besseren Blick auf Krems haben. Danke an die Arbeiter vom Maschinenring. Bei matschigem Boden tragen sie unsere Stöcke ganz sanft den glitschigen Weg steil hinauf. Früher sind die Weinbauern diesen Weg x-mal am Tag mit den schweren Traubenkörben hinuntergestiegen und wieder hinaufgeklettert. Wir schaffen nicht mal die 10 kg Bienenfutter. Ich bewundere die Weinbauern.Ich beschließe unsere Bienenvölker auf 15 stück aufzustocken. Das erscheint mir eine schöne Zahl und weil die ganzen Geräte so viel Geld kosten, dass es fast keinen Sinn macht, nur für drei Stöcke das ganze Equipment anzuschaffen. Deshalb möchte ich also ab Herbst viel Honig und Honigprodukte verkaufen.
Petra bringt ganz stolz die Nachricht, dass wir schon den Auftrag für 10 Flaschen Met haben. Super, und welche Produkte gibt´s noch außer Honig und Met bei der Honigwerkstatt?

 

März 2014 – Honig hilft heilen

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Über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Honig machen wir uns auf der Api-Therapie-Tagung in Klosterneuburg schlau. Aus dem Bienenstock kommt nicht nur Honig, sondern Wachs, Pollen und das geheimnisvolle Gelee Royale, dessen Bestandteile immer noch nicht ganz geklärt sind: 2% sind nicht analysierbar. Die Bienenkönigin wird durch das längere Füttern mit Gelee Royale erst zur Königin.Die Bienen nehmen von den Pflanzen den Nektar und den Pollen – das Wichtigste der Pflanzen. Diese verarbeiten sie zu Honig. Kein Wunder also, dass Honig zur unterstützenden Heilung von Asthma bis Zellulitis eingesetzt werden kann.

 

März 2014 – Sie fliegen

Der Winter war mild, jetzt wird´s wärmer und spannend. Wieviele Stöcke haben überlebt? 10% Ausfall sei normal, sagen die Imker. Bei uns sind´s 33,33%. Bilacz hat´s nicht geschafft. Wir merken es zuerst gar nicht, denn Bienen fliegen heraus als das Wetter warm wird.Wir trauen uns nicht, die Stöcke aufzumachen, denn sonst verkühlt sich die Brut. Haben wir gehört. Wie alle professionellen Imker starren wir auf die Fluglöcher um aus dem Volk schlau zu werden.
Petra kehrt jeden Tag tote Bienen heraus. Wir Imkerinnen wissen, dass es Totenbefall im Winter gibt. Ist es Varroa oder die Alterschwäche der Bienen? Nur was normal ist, wissen wir nicht. Wahrscheinlich ist es uns deshalb zu spät aufgefallen, dass es keine Königin mehr gibt. Wir kehren die restlichen, sehr wenigen Bienen heraus und machen den Stock zu.

 

Die Suche

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Als Wachauerin möchte ich Marillenhonig haben. Also suche ich Marillengärten, in denen ich meine Stöcke aufstellen kann. Sie sollen leicht mit dem Auto erreichbar sein und es sollte nicht gespritzt werden. Besonders Letzteres stellt ein Problem dar. Es ist vielen, sicher nicht allen Weinbauern – „Bienen haben in Weingärten nichts verloren, dort muss gespritzt werden“ – genauso egal, wie Obstbauern, die beim Spritzen nicht darauf achten, dass sie es wenigstens zu einer Zeit tun, in der die Bienen nicht fliegen. Doch unsere Suche hat Erfolg: Wir finden 4 wunderschöne Aufstellungsorte. Der Beste in Stein, neben den Gärten eines Bio-Weinbauers unter Marillenbäumen – die nicht gespritzt werden. Allerdings sind die Aufstellungsorte mit ganz schlechten Zufahrtsmöglichkeiten. Ich weiß zu dem Zeitpunkt zum Glück nocht nicht, was und wie oft ich schleppen werde.

 

 

24. März 2014 – 14 neue Stöcke

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Scheußliches Wetter, Nieselregen – ich hole den ersten Teil meiner 12 Bienenstöcke von Harald in Vöslau ab. Ist das schön! Wieder lerne ich Neues: Dass es unterschiedliche Beute-Magazin- und Rahmentypen gibt, war mir klar, aber dass ich mir mit der Entscheidung die Bienen lieber auf den größeren Rahmen mitzunehmen viel Arbeit aufhalse, war mir nicht klar. Meine beiden Imkerfreunde diskutieren und eines lerne ich auch gleich: Wie immer wenn ich einen Imker frage, erhalte ich 5 mögliche Antworten. Aus diesen kann ich mir dann eine Antwort aussuchen. Ich treffe die falsche Entscheidung. Weil ich schnell wegfahren muss, nehme ich die großen Rahmen von Harald – und mache mir damit mehr Arbeit und eine große Schreckminute im April.

 

April 2014 – Immer anders als gedacht

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Ich bin ganz enttäuscht, wie wenig Arbeit wir haben. Nachdem ich bei den 12 Stöcken die Bienen in meine Magazine umgehängt habe, warten wir, dass die Bienen sich vermehren. Sie tun´s. Ich mache bei einem Stock unten auf – und falle fast in Ohnmacht: Statt dass die Bienen auf den Waben sitzen und bauen, haben sie eine riesige Bienenkugel gebaut. Wieder mal verzweifelte Anrufe bei Gerhard, er möge mir bitte helfen. Und er hilft mir. Er kommt und schaut mit mir die Stöcke durch und meint, die Bienenkugel unten sei Drohenbrut, die könne ich später einmal herausschneiden wenn ich wolle, oder drin lassen, da es zur Varroabekämpfung gut sei. Und wir sehen, dass ein Stock Kalkbrut hat. Gerhard beruhigt mich, dies sei nicht schlimm, ich könne nur- und da verstehe ich ihn falsch – im Juli die Königin austauschen.Die Bienen vermehren sich und ich setze neue Magazine für den Honig auf. Allerdings regnet es oft und meistens zu der Zeit, wenn eine Blüte ist, einmal überlege ich sogar, zu füttern. Darf ich füttern, wenn die Bienen Honig einbringen? Ich höre, dass im Waldviertel sogar Imker damit kämpfen, dass Völker verhungern. Andere Imker schleudern das erste Mal Anfang Juni und haben 18 kg Honigernte. Ich verzage immer mehr.

 

Köstlicher Met – schon unsere Vorfahren

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Ich besuche den Hygiene und Metkurs in der Schule in Warth. Mein Großvater war der erste Direktor der Warther Schule und hat sie nach dem Krieg aufgebaut. Er hat mir oft erzählt, wie er zu den Bauern hingegangen ist und sie gebeten hat, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Es hat gedauert, bis sie überzeugt wurden, dass ihre Kinder auch wirklich lernen, wie Obstbäume richtig veredelt oder Kühe besser gehalten werden. Die ersten Bienen in Warth hatte auch schon mein Großvater, das scheint in den Analen der Schule nicht auf. Ich war als Kind oft dort und heute bin ich dankbar, dass es eine Anlaufstelle gibt, bei der ich anrufen kann.Der Metkurs endet im Verkosten der verschiedensten mitgebrachten Metvarianten. Köstlich!

 

27. Mai – 7:30 Uhr

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„Sie sind doch Imkerin – bei uns in der Schule hängt ein Schwarm auf einem Baum“ – super! Ich habe mein Auto in der Werkstatt, mitsamt all meiner Bienenausrüstung. Welch Wunder – wieder einmal rufe ich Gerhard an, ob er mir zeigen wolle, wie man einen Schwarm fängt. Er zeigt es mir. Er klettert auf den Baum, bespritzt den Schwarm mit Wasser und mit einem festen Schlag auf den Ast fallen die Bienen in den mitgebrachten Schwarmkorb – nicht einmal beim Zuschauen ist es einfach.
Am gleichen Tag fange ich noch einen Schwarm – die Bienen stammen von meinem eigenen Stock.

Ich habe gelesen, dass Imker, denen die Bienen schwärmen schlechte Imker sind. Ich habe gehört, dass Bienen die nicht schwärmen faule Honigbienen sind. Ich habe gelesen, dass die Carnica – das ist „unsere“ Bienenrasse fast nicht schwärmt.

Insgesamt burren mir in dem Sommer drei Schwärme davon. Jedes Mal ist es ein Schock den scheinbar leeren Stock zu sehen. Und die Königin findet man dann gar nicht mehr. Denn wenn die alte Königin mit ihrem halben Volk abzieht, ist bereits eine junge Königin drin.

Das Spannende: die hat keinen erkennbaren Punkt für Jungimkerinnen am Rücken, ist viel kleiner als die alte Königin, d.h. sie hat fast Bienengröße. „Schau, da ist sie, die ist doch leicht rosa“ hat mir mein helfender Alt-Imker erklärt. Ich habe vorgegeben, die Königin gesehen zu haben und hoffe, dass ich das in Zukunft lerne.

 

Regenkatastrophe

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Ich bin den Tränen nahe. Es hat drei Tag geregnet, es ist kalt gewesen und dann der Anruf, Wanderer hätten vier umgefallene Bienenstöcke gesehen. Es sind meine. Der Anblick zerreißt mir das Herz. Die einzelnen Magazine sind auseinandergekippt, es regnet und regnet, die Bienen haben in ihrer Verzweiflung begonnen, die Waben auf die auseinandergekippten Magazine in die Luft zu bauen. Wie lange ich gebraucht habe, alle Stöcke wieder aufzustellen, weiß ich nicht mehr. Nach dem 8. Bienenstich hab ich aufgehört zu zählen.

Schwarm und junges Bienenvolk – gar nicht so einfach!

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Das Aussetzen des Schwarms war schon spannend, zuerst zwei Tage Dunkelhaft – damit sie die Orientierung verlieren und nicht in ihren alten Stock zurückfliegen – ich nehme den Schwarmkorb und der Deckel und etliche Bienen fallen runter. Petra und ich kehren heftig zusammen. Hoffentlich ist nicht die Königin gepurzelt. Sie würde das nicht überlegen, mit ihren 2 Millionen Eiern im Bauch, würde sie zerplatzen. Doch die Strapazen für die Bienen gehen weiter: Wir setzen die Futterschale falsch und müssen die Bienen zwei Tage später nochmals alle in die Beuten schütteln – und dabei wird wohl die Königin heruntergefallen sein.Unsere Gebete, dass die Königin überlebe, wurden nicht erhört. Immerhin sind Petra und ich nicht sicher und beobachten den Stock.
Es ist ganz leicht zu erkennen, wenn ein Stock keine Königin hat. Sagen die Imker. Der heult. Sagen die Imker. Na ja, also „heulen“ ist so eine Sache. Öffnet man den Bienenstock so herrscht immer Aufregung bei den Bienen. Ob das Heulen oder normales Summen ist, ist nicht so einfach zu hören.

Trotzdem erkennen Petra und ich, dass etwas nicht stimmt.

 

11.06.2014 – Imkerliche Hilfe – Hubert hilft mir

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Da kommt ganz tolle Hilfe von älteren Imkerkollegen, die uns helfen. Als Jungimkerin hätten wir am liebsten bei jedem zweiten Besuch bei den Bienen – und im Frühjahr und Sommer haben wir jeden zweiten Tag bei den Bienen vorbeigeschaut – einen erfahrenen Imker dabei, der uns hilft, die Zeichen zu deuten. Doch die anderen Imker haben auch wenig Zeit.Also ist es eine ganz große Beruhigung, als Hubert anbietet, sich unseren neuen Schwarm anzusehen und zu schauen, ob eine Königin drin ist. Ich stehe in einiger Entfernung während er arbeitet und habe meinen Schleier vergessen. Ein großer Fehler: Eine Biene ist so zornig, dass sie mich in die Oberlippe sticht. Meine Lippe ist zuerst schön voll, doch bald sehe ich ziemlich wild aus.
Und wirklich, es gab keine Königin im Stock und wir haben eine neue Königin besorgt. Das Volk ist wunderschön gewachsen.

 

Es wird immer spannender

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Petra und ich diskutieren ob wir jetzt schon schleudern sollten oder nicht. Viele Imker in der Umgebung schleudern bereits, von anderen höre ich, dass aufgrund des schlechten Wetters während vieler Blütenzeiten der Honig noch nicht geschleudert werden soll. Der Honig sei noch nicht reif. „Das ist ganz leicht mit der Schüttelprobe zu erkennen“ – man schüttelt die Wabe, ob Honig heraustropft. Schleudert man den Honig zu früh, enthält er zu viel Wasser und verdirbt zu schnell.Normalerweise hält sich Honig – wird er kühl und trocken gelagert – fast unbegrenzt. Der hohe Zuckergehalt erlaubt keinen Schimmel, keine anderen Verfallseigenschaften. Das Gold ist also wirkliches Gold. Aber damit der Wasserhaushalt im Honig stimmt, müssen ihn die Bienen zuerst herumtragen – von einer Wabe in die andere. Zum Schluß verdeckeln sie die Honigwaben. „Aber wir hatten auch Jahre, in denen der Honig verdeckelt und trotzdem zu feucht war“ erzählt mir Doris, was mich wieder total verunsichert.

 

22.06.2014

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Mit dem 22. Juni, Sommersonnenwende, endet das Bienenjahr. Das heißt aber, dass die Bienen wenig bis gar keine Nahrung – je nach Örtlichkeiten – finden. Nicht aber, dass nicht jetzt die eigentliche Arbeit beginnt.Und die Arbeit des Schleuderns haben wir völlig unterschätzt.

 

Juli 2014

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Nie wieder werde ich versuchen, im Juli eine Königin zu tauschen. Ich wollte dem einen Stock etwas Gutes tun, es war jedoch sicher das Falsche. Im Juli herrscht in den Bienenstöcken ein so massenhaftes Treiben mit so vielen Bienen, dass die Suche nach der Königin sicherlich für Jungimkerinnen aber auch für den Alt-Imker der mir dabei geholfen hat, ein sinnloses Unterfangen ist.Wir brechen ab. Damit ich der gekauften Königin ein zu Hause bieten kann, entnehme ich Brutwaben und setze die schöne junge Lady dort hinein. Zum Glück wächst das Volk und ich habe einen neuen Stock.

 

Honig, Honig, Honig

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Die Bienen sitzen natürlich auf ihren Honigwaben. Es ist also kein leichtes Unterfangen, sie von den Waben wegzubekommen, deshalb haben wir „Bienenfluchten“ bestellt, die bereits Anfang Juni hätten geliefert werden sollen.Aber irgendein guter Geist hat die Lieferung verzögert, wir bekommen die Bienenfluchten erst Anfang Juli und beginnen mit dem Abräumen der Honigwaben. Damit haben wir Honig, der sicher reif ist.
Was uns einmal mehr überrascht, ist die unterschiedliche Beschaffenheit der Bienenvölker. Bei vier Völkern pro Standort die von uns alle gleich behandelt wurden, hat jedes Volk seine Eigenheiten. Das eine hat die Waben unten ausgebaut, beim anderen fliegen die Bienen auf sobald wir in die Nähe kommen, das nächste Volk kümmert sich nicht, wenn wir die Beute öffnen. Und so unterschiedlich ist auch die Honigmenge jeden Volkes.

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Wir schleppen unsere schweren Honigzargen ins Auto und von dort zum Schleudern.Es ist ein so einzigartiges Gefühl, als Petra und ich die ersten Waben entdeckeln! Wir lachen und kosten unseren Honig, sind stolz und den Bienen sehr dankbar.
Im Juli arbeiten wir Stunden um Stunden, es werden die Honigwaben entnommen, die Bienenvölker kontrolliert und dann zum Schluß werden sie gefüttert, damit die Honigentnahme ausgeglichen wird. Nicht nur ein Mal stehe ich bei strömenden Regen und hole um 21 Uhr noch die letzten Waben heraus oder füttere die Bienen.

Aber wir werden mit 250 kg Honig belohnt. 2014 sei ein schlechtes Jahr gewesen und auf meine Frage, ob nicht 250 kg Honig wenig sei, tröstet mich Gerhard. Unsere Bienen hätten als junge Völker viel zu tun gehabt, sie mußten Volk und Waben aufbauen und in unserer Gegend sei heuer ein schlechtes Honigjahr. Wir können auf das Ergebnis stolz sein. Wir sind es in jedem Fall.

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Und nun beginnt es wieder dort, wo es angefangen hat: Bei der Bekämpfung der Varroamilbe, die unseren Bienen das Leben auslöscht, wenn wir Menschen – die wir schuld daran sind, dass die Varroamilbe in den Bienenstöcken lebt – nicht unsere Bienenvölker behandeln.Und wir sind unseren Bienen dankbar, dass wir jetzt Honig, Met und Lippenstift herstellen können. Wir tun es, weil wir damit etwas für Bienen, Pflanzen und Vögel tun und freuen uns, dass uns so viele Menschen unterstützen.
Danke an unsere Bienen für dieses erste Jahr!

 

Kleine rote Punkte

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Die Spätsommer- und Herbstarbeiten stehen ganz im Zeichen der Varroabekämpfung. Der feuchte Sommer hat der Milbe, nicht aber der Biene gut getan. Die Stockwindel, ein weißes Papier das ganz unten in den Bienenstock gelegt wird, gibt Aufschluß über den Varroabefall. Leider sind es viele kleine rote Punkte – das heißt, dass noch viele lebende Varroamilben in der Brut und auf den Bienen sind.
Nach der ersten Behandlung mit ApiLife Var fallen noch immer so viele Milben ab, dass ich mit Ameisensäure nachbehandeln muss. Als ich den Bienen das mit Ameisensäure getränke Wettex in den Stock lege, sausen sie grantig davon.

 

Feinde im Bienestock

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Beim Einlegen der Windel entdecke ich einen riesigen Falter etwa 10 cm groß, den ich offensichtlich im Stock eingesperrt habe, als ich das Ausflugsloch verkleinerte. Der Falter hats nicht überlebt, aber Martin, befreundeter Biologe, ist ganz begeistert von dem Falter und wird mir sagen, um welches Tier es sich handeln kann. Nachdem ich noch die Reste einer Libelle im gleichen Stock finde, bin ich überzeugt, dass die Bienen in diesem Herbst viel zu tun hatten mit Feinden. Dass zahlreiche Wespen die Bienenstöcke umfliegen um an den Honig zu kommen, ist normal. Der Stachel der Bienen ist genau gegen diese ausgelegt. Sticht eine Biene eine Wespe, dann bleibt ihr Stachel nicht stecken. Nur im weichen Fleisch der Menschen.

 

Winter 2014/15

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Ein trauriger Winter.
Der viele Regen im Sommer, der warme Winter. Bis zu 100% Ausfall bei den Imkern. Die Königin hört nur auf zu brüten, wenn es mehrere Tage friert. Das war aber nur ein paar Tage zwischen Weihnachten uns Silvester. Dadurch haben sich die Milben vervielfacht und den schwächeren Völkern den Garaus gemacht.Wenigstens ist es ein Thema in der Öffentlichkeit: In allen Zeitungen wird über das große Bienensterben berichtet.

 

Bienen-Zuckern

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Jetzt ist auch noch Marianne mit von unserer Partie. Ihre erste Bienenarbeit ist im Februar, die Bienen mit Staubzucker zu bezuckern. Der Staubzucker wirkt auf den Bienen wie Seife auf unserer Haut – glitschig. Und dadurch sausen die Varroen die auf den Bienen sitzen runter und sterben. Die gezuckerten Bienen brummen heftig auf, wenn sie den Staubzucker abschütteln.

 

Unsere Honigwerkstatt – Ein Treffpunkt

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Wir haben den Raum gefunden, in dem wir unsere Imkertätigkeiten machen können! In einem wunderschönen alten Haus richten wir unsere Honigwerkstatt ein. Es sind alle herzlich eingeladen mit uns beim Arbeiten zu plaudern, zuzusehen, mitzuhelfen oder mit Wachs zu basteln. Das positive Echo freut uns sehr!

 

Bienensauna

Logisch, dass im Kampf gegen die Varroa jetzt ein heißes Thema auftaucht:

Die Bienensauna.

Das Prinzip ist einfach: Man heizt der Milbe ein. Der Bienenstock wird erhitzt, die Milbe fällt ab. Varroen mögen keine Wärme, den Bienen ist es eher egal. Und das ist auch das Problem: Bienen regeln die Temperatur im Stock auf ca. 33-36 Grad – durch Flügelschlag. Wenn es zu kalt ist zittern sie, wenn es zu warm ist, wacheln sie. Die Bienen arbeiten gegen die Erwärmung. Ein Produkttest steht also an.